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Renæssancehavnen

Geschichte

Als Kerteminde 1413 durch Erik von Pommern die Stadtrechte erhielt, wurde der Hafen die Grundlage für das Wachstum der Stadt. Bald zog er zahlreiche Kaufleute an, die Waren auf dem Seeweg ein- und ausführten. Den Höhepunkt dieser Entwicklung erlebte die Stadt im 16. und 17. Jahrhundert, als sie zur Hafenstadt von Odense wurde.

Die Blütezeit der Stadt fiel in die Epoche der dänischen Geschichte, die Renaissance genannt wird. In einer Beschreibung Dänemarks von 1656 wird Kerteminde als eine Hafenstadt erwähnt, „von der aus eine unglaubliche Menge Getreide und andere Güter ausgeführt werden, zum einen von ihren eigenen Bürgern, die ihren Unterhalt mit allerlei Handel zur See wohl zu verdienen wissen, und zum anderen von Odenser Bürgern, die hier ihre Waren ein- und ausschiffen“.

Der Renaissancehafen war der Mittelpunkt eines regen Handels, obwohl er nur eine sehr bescheidene Fläche beanspruchte, nämlich das Stück der Fjordmündung von einer Linie zwischen den beiden Fischrestaurants zu beiden Seiten des Hafens bis zur Brücke.

Als die Eisenbahn endlich im Jahre 1900 die Stadt erreichte, wurde durch die Anlage der Eisenbahnbrücke der Innenhafen vom offenen Meer abgeschnitten und war nur noch für kleinere Schiffe zugänglich. Die wichtigsten Funktionen mussten an den nördlichen und südlichen Hafenkai verlegt werden.

Gebäude um den Hafen

Für die Kaufleute, die die damalige städtische Aristokratie bildeten, war ein Domizil unweit des Hafens eindeutig am attraktivsten. Daher waren die Grundstücke am Hafenplatz und in seiner nächsten Umgebung sehr begehrt. Hier errichteten die Kaufleute ihre Handelshäuser.

Mehrere davon stehen noch heute und zeugen von der großen Zeit der Stadt. Strandgade 3 wurde um 1590 von dem Großkaufmann Niels Bager erbaut.. Es war zwei Jahrhunderte lang abgesehen von der Kirche das einzige Ziegelgebäude in Kerteminde und erlebte später eine langjährige Karriere als Zollamt der Stadt.

Auf dem Platz gegenüber lagen zwei Kaufmannshöfe, die ebenfalls Kaufleuten aus Odense gehörten. Trotz zahlreicher Umbauten hat einer davon überlebt und bildet heute den Kern des alten Teils von Tornøes Hotel.

Etwas weiter vom Hafen entfernt wurden einige Gebäude errichtet, die später Teil von Andresens Kaufmannshof wurden. Der älteste Teil mit dem Giebel zur Langegade stammt aus dem 16. Jahrhundert. Das Magazingebäude an der Sønderstræde ist von 1640 und wurde einige Jahre später während des Krieges von den Schweden beschlagnahmt. Seither wird es als Schwedenmagazin bezeichnet. Ab1880 war der gesamte Komplex 100 Jahre lang im Besitz der Familie Andresen, der das Anwesen seinen Namen verdankt.

Noch im 19. Jahrhundert war der Hafen der Lebensnerv der Stadt. Aus dieser Zeit stammt der Gelbe Speicher am Paludan Müllers Plads. Früher gehörte er der großen Handelsfirma der Stadt, Elias B. Muus A/S. 

Die Künstler und der Hafen

Kertemindes Lage an Bucht und Fjord bietet zahlreiche malerische Motive. Seit 200 Jahren schildern Landschaftsmaler die Stadt und ihre Umgebung.

Zur ersten Generation der professionellen Kunstmaler in der Stadt zählt Christoffer Faber. In den 1820er Jahren schilderte er eine der alten Traditionen der Kerteminder, das Kampfrennen im Hafen. Mit der Kirche, dem späteren Zollgebäude und dem Hotel im Hintergrund sieht man die beiden Boote mit je einem weiß gekleideten Seemann, der versucht, den Gegner ins Wasser zu stoßen.

Nachdem die Eisenbahnbrücke im Jahre 1900 dem alten Hafen den Garaus gemacht hatte, konnten nur noch kleine Boote die beiden Brücken ungehindert passieren. Johannes Larsens Aquarell aus den 1940er Jahren zeigt ein Stück des alten Renaissancehafens und den großen Speicher von 1853, der Elias B. Muus gehörte.

Während des Großteils des 20. Jahrhunderts sah der Hafenplatz aus wie in den Jahrhunderten zuvor..  Hier hat Johannes Klokker, der als Handwerker und Kunstmaler arbeitete, den idyllischen Hafenplatz mit dem Hotel hinter den alten Kastanien, der Kirche, dem Zollamt und den Speichern geschildert.  Im Vordergrund ein Fischerhaus mit zugehöriger Slippanlage.